Kaffeehaus ist überall
"Sie haben's gut, Sie können im Kaffeehaus sitzen.",
sagte einst schon Kaiser Franz Joseph.
Im Wiener Kaffeehaus kann man vieles, muss es aber nicht!
Im Wiener Kaffeehaus kann man nach wie vor und - in immer neuen Variationen - frühstücken, zu Mittag fünfgängig speisen oder nur einen Imbiss nehmen, eine Jause zelebrieren, den kleinen Hunger im Vorübergehen stillen und die Nacht zum Tag machen.
Im Wiener Kaffeehaus kann man nach wie vor Zeitung lesen und jetzt auch im Internet surfen. Im Wiener Kaffeehaus unterhält man sich und wird unterhalten.
Dazu gesellt sich die Verweildauer. Die ist dehnbar. Stunden messen sich dann häufig nur noch an der Nachreiche. Dem berühmten Glas Wasser, das, streng nach Tradition, jede halbe Stunde erneuert werden sollte. Für den Minuten-Besuch bietet sich der überstürzte Neumann an - über kaltes Schlagobers in einer Kaffeeschale wird heißer Doppel-Mokka gegossen. Der Kaffee kann sofort getrunken werden. Womit das ureigenste Thema des Kaffeehauses, der Genuss von Kaffee, angesprochen ist. Mehr als 50 verschiedene Zubereitungsarten (Namen) haben die Wiener Kaffeesieder im Laufe der Zeit erfunden. Ihrer Kundschaft fordern sie daher eine entsprechend exakte Bezeichnung ab. Kaffee ja, aber welchen? Von überschwappenden Modewellen haben sie sich noch nie aus der Ruhe bringen lassen. Und es zusätzlich verstanden, trotzdem das Wienerische in den Vordergrund zu stellen. Caffè Macchiato? - Haben wir doch längst in unserem Repertoire. Ein kleiner Mokka mit Milchschaum. Bitte schön, bitte gleich!

